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October 29 2008

James Bond - Ein Quantum Trost

In einem als provisorischer Verhörraum eingerichtetem Keller sitzt ein verwundeter Mann auf einem Stuhl. Er wendet sich kurz zu James Bond, der zusammen mit M hinter ihm sitzt um dem anstehenden Verhör des Mannes beizuwohnen: ”Ich wollte Sie schon immer sehr gerne kennenlernen. Vesper hat mir so viel von ihnen erzählt.” Der Name des  Gefangenen lautet Mr. White und er gehört einer mächtigen Organisation an. Einer Organisation von deren Existenz weder CIA noch MI6 bis jetzt überhaupt Kenntnis genommen hatten. Einer Organisation die ihre Leute überall hat. Auch in den Reihen des britischen Geheimdienst. Auch in diesem Keller.

In diesem Moment greift der langjährige Leibwächter von M zu seiner Waffe und erschießt die Bewacher des gefangenen Mr. White. Es gelingt James Bond (gespielt von Daniel Craig) und M (Judi Dench) nur knapp nicht ebenfalls erschossen zu werden und Mr. White (Jesper Christensen) kann erfolgreich fliehen. Es liegt nun an Bond die unbekannte Organisation aufzuspüren und zu entarnen. Sein Weg führt ihn dabei nach Haiti wo er auf eine mysteriöse Schönheit (Olga Kurylenko) stößt. Sie ist die Freundin von Dominic Greene (Mathieu Amalric), der mit seiner Firma in Zusammenhang mit Mr. White zu stehen scheint. Als Greene seine Freundin Camille beseitigen lassen will rettet Bond sie. Gemeinsam folgen die beiden Greene nach Österreich zur Tosca-Aufführung auf der Bregenzer Seebühne. Es gelingt Bond dort ein Zusammentreffen der Organisation zu infiltrieren und ihre unmittelbaren Pläne aufzudecken. Die Organisation hat vor Bolivien zu destabilisieren und unter der neuen Regierung die dortigen Ölvorkommen zu erschließen. Sie hat mittlerweile sowohl den CIA als auch den MI6 soweit beeinflusst, dass beide Regierungen das Vorhaben sogar billigen. Bond ist ab jetzt auf sich allein gestellt, denn M hinterfragt seine Motive und persönliche Vendetta. Sie verlangt seine sofortige Rückkehr nach London. Bonds Konten, Kreditkarten und anderen Ressourcen sind nun vorübergehend gesperrt. Wenn er Greene stoppen will und sich an den Verantwortlichen für Verspers Tod rächen möchte, dann muss er selbst einen Weg finden.

Kritik

“Quantum of Solace” nimmt gleich von Beginn an Fahrt auf und gönnt sich bis zum Schluss nur wenige Pausen. Regisseur Marc Forster (”Monster’s Ball”, “Stranger than Fiction”) führt Bond weiter ins 21. Jahrhundert. Es gibt keine nostalgischen “Geschüttelt, nicht gerührt” oder “Mein Name ist Bond, James Bond” mehr. Der neue Bond kommt nüchtern in moderner Ästhetik und rasantem Schnitt daher. Auch die klassischen Bond-Girl-Rollen werden wie schon im Vorgänger emanzipiert interpretiert. Außer 5 Sekunden nacktem Rücken und einem Kuss hat dieser Bond keine “Sex Sells” Momente. Dafür kann man einen emotionalen Bond erleben, der vom Schmerz des Verlustes angetrieben eine rasante Jagd nach Vergeltung veranstaltet. Somit kann “Ein Quantum Trost” zugleich als emotionalster als auch brutalster Bond bisher bezeichnet werden. Brutal deswegen, weil seine Gewalt keine oberflächliche ist, sondern es die intensive und persönliche Gewalt eines menschlichen James Bonds ist.
Bemängeln kann man das im Vergleich zu frühen Bonds eher fade Intro und den schwachen Titelsong. Außerdem ist es angeraten den Vorgänger (nochmals) zu sehen bevor man sich im Kinosaal niederlässt, denn die Geschichte knüpft nahtlos an diesem an.

Fazit

James Bond ist im 21. Jahrhunder angekommen. Er ist blond, durchtrainiert und hat ein Herz mit Narben. “Ein Quantum Trost” zeigt aber wie gut dieses Make-Over der Bond-Serie getan hat. Der neue Bond besitzt mehr Tiefe, mehr Action, mehr Tempo und wirkt realer und menschlicher denn je. Und er gehört damit zweifellos zu den besten Bonds aller Zeiten.

Links

- offizielle Website inkl. Trailer

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