December 31 2008
Sieben Leben
Ben Thomas ist ein seltsamer Steuerbeamter. Er überprüft von säumigern Steuerzahlern nicht nur die Bücher, sondern deren ganzes Leben. Handelt es sich bei ihnen um notorische Lügner oder gute Menschen? Hat ihnen das Leben übel mitgespielt? Ben muss es herausfinden, denn er ist auf der Suche nach besonderen Menschen. Nach Menschen, die es Wert sind. Die es Wert sind, dass sich ihr Leben zum Guten wendet. Es liegt in der Macht von Ben Thomas, dass Leben dieser Menschen drastisch zu ändern.
Ben Thomas (gespielt von Will Smith) arbeitet für die amerikanische Steuerbehörde. Doch er stellt ungewöhnliche Fragen und interessiert sich nicht nur für Belege und Steuerbescheide. So auch im Fall von Ezra Turner (Woody Harrelson). Ezra arbeitet als Verkäufer im Großhandel. Dabei ist er selbst Vegetarier und zudem blind. Auch Emily Posa (Rosario Dawson) hat ein gesundheitliches Problem. Emily leidet an einer schweren Herzkrankheit. Die Kosten für ihre Behandlung haben ein großes Loch in ihre Finanzen gerissen und sie ist mit den Steuerzahlungen im Rückstand.
Ben und Emily kommen sich während ihrer Steuerprüfung immer näher. Doch Emilys Zustand verschlechtert sich zusehenst. Als Bens Bruder (Michael Ealy) auftaucht ist Emily Zustand bereits kritisch. Die Zeit wird für beide langsam knapp. Kann Ben ihr wirklich helfen? Welche Rolle spielt Bens Freund und Arzt Dan (Barry Pepper)? Warum zerreisst es Dan, wenn Ben ihn an “das Versprechen” erinnert? Und vor allem, wer ist Ben wirklich?
Kritik
Obwohl “Sieben Leben” mehrere Einzelschicksale aufgreift kommt er nicht als Episodenfilm daher. Wäre er aber besser. Es gelingt dem Film nämlich nicht immer während der ganzen zwei Stunden Spieldauer die Geschichte zusammenhängend zu präsentieren. Dies trägt dazu bei, dass vor allem im ersten Drittel des Films das Gefühl von Leerlauf auftritt. Der Film zieht sich. Er hätte ohne Probleme um 20 Minuten gekürzt werden können und dadurch wohl dazugewonnen. Einige Szenen erscheinen überflüssig, tragen nicht zur Story bei und wiederholen sich. “Sieben Leben” ist schlicht nicht gut geschnitten. Auch gibt es immer wieder störende Wechsel in der Farbstimmung einzelner Szenen.
Will Smith kann schauspielerisch wieder an seine guten Leistungen anknüpfen. Es gelingt ihm in einigen Szenen die Zerissenheit und den tiefen Schmerz eines Depressiven darzustellen ohne dabei zu Überziehen und in gesellschaftliche Klischees zu verfallen.
Die Story von “Sieben Leben” schafft es insgesamt sehr gut Klischees zu umschiffen. Wofür ihm besondere Anerkennung geschuldet werden sollte, denn die Geschichte ist harter Tobak und rührt an gesellschaftlichen Taboos.
Fazit
Nach “Das Streben nach Glück” (”The Pursuit of Happyness”) gelingt es Regisseur Gabriele Muccino erneut seinen Star Will Smith glänzen zu lassen. “Sieben Leben” ist großes Gefühlskino mit ein paar handwerklichen Macken und Kanten. Eine Geschichte mit Tiefgang und tränenreichem Ende.
Links
- Link zur offiziellen Website inkl. deutschem Trailer